Ich fotografiere, wie ein Angler angelt. In einer Ecke postiert, stundenlang, die Kamera in der Hand, die Einstellungen bereit, warte ich auf den richtigen Moment. Bei dieser Tätigkeit genieße ich die Entspannung, die sie bietet. Ich habe keine besonderen Erwartungen, freue mich aber trotzdem über schöne Aufnahmen. Ich fotografiere auch so, wie ein Maler malen würde. Ich verstärke die Winkel, dehne die Linien, löse meine Motive vom Hintergrund, arbeite mit dem Licht, wähle meine Farben aus. Und dann fotografiere ich auch, weil ich die Reaktionen der fotografierten Menschen mag. Ihre Schüchternheit, die durch ihre gleichgültige Haltung durchscheint, oder im Gegenteil ihre perfekt einstudierten Posen. Ihre Freude, vermischt mit Unverständnis. In solchen Momenten stelle ich fest, dass ein Lächeln nicht bei der Form einer Banane haltmacht. Die Fotografie hat mich gelehrt, subtile Lächeln zu erkennen. Jene, die unsere Vorfahren oft zur Schau tragen. Sie schaffen es, fröhlich oder amüsiert zu sein, ohne dass ihre Gesichter darauf trainiert wären, es lauthals zu zeigen.
Es ist auch ein Platz, eine Nische, in die man hineinpasst. Eine einfache Rolle, die man übernimmt und die den Platz, den ich in einer sozialen Gruppe einnehme, klar umreißt. Im Grunde verlasse ich mich, wenn ich allein an einem Autotreffen teilnehme, auf meine Kamera, um meine scheinbare Einsamkeit in diesem Moment zu rechtfertigen. Nebeneffekt: Meine Rolle dämpft die Interaktionen mit anderen. Ich wirke konzentriert und professionell. Ach, ich frage mich: Hätte ich im Grunde nicht lieber an der Stelle der Aussteller sein wollen, mit einem schönen Pontiac? In der Lage sein, dank dieser neuen Rolle mit ihnen zu sprechen?
Manchmal ist dieser Käfig mein Zufluchtsort.
An diesem Nachmittag setzte ich mich an den Rand eines Maisfelds an einer Kreuzung. Diese Position bot mir einen schönen Blickwinkel auf eine S-förmige Straße. Ich trug einen Strohhut, saß auf meinem Campinghocker, die Kamera in der Hand. Es war so entspannend, hier zu warten. Die Autos waren letztlich selten. Jene, die sich noch mehr abheben. Zum Glück hatte meine Spiegelreflexkamera die Gelegenheit, ein paar sehr sympathische Motorradfahrer einzufangen. Aber letztendlich war diese Spiegelreflexkamera nur ein Vorwand. Draußen mitten auf dem Land wartend zu sitzen war meine eigentliche Tätigkeit. Natürlich zog ich es vor, meine Kamera dabei zu haben, um ein paar Momente festzuhalten — und dennoch, ohne Kamera wäre es genauso schön gewesen. Aber ohne sie, was würde ich am Rand dieser Straße tun?